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Einspruch Streetview - Menü

Verpixelung = unkenntlich machen

Einspruch gegen Google Street View einlegen: Sind Sie sich da sicher?
Bevor Sie Ihr Haus verpixeln lassen, sollten Sie sich zuerst bewusst machen, welche Folgen eine Verpixelung in Google Street View mit sich bringen kann.

In den Nachrichten wird über Google Street View viel berichtet. Viele Menschen haben Zweifel an der Einhaltung ihrer Privatsphäre. In Google Street View werden bereits die Gesichter von Passanten verpixelt, um diese anonym zu halten. Da sich der Service von Google Street View noch in den Anfängen befindet, tauchen dort auch noch Pannen wie schlecht verpixelte Menschen auf. Google Street View bessert zurzeit solche Pannen aus. Zusätzlich wollen viele Bürger  Deutschlands noch ihr Haus bzw. ihre Hausfassade verpixelt haben. Gründe dafür sind hauptsächlich die Angst vor Einbrüchen oder Verfolgungen sowie auch hier die Einhaltung der Privatsphären. Bevor man jedoch Einspruch gegen Google Street View einlegt, sollte man sich zunächst die Frage stellen, ob eine Verpixelung des eigenen Hauses wirklich einen Nutzen mit sich bringt.

Die Vepixelung soll mich vor  Einbrüchen schützen?

Jeder Mensch möchte es gerne vermeiden, dass ins eigene Heim  eingebrochen wird. Zwar sieht man durch eine Verpixelung nicht mehr, wie eine Hausfassade von außen aussieht, doch ist der Schutz vor Einbrüchen dadurch wirklich garantiert? Google Street View zeigt lediglich Ihre Hausfassade und nicht dass, was sich dahinter verbirgt. Der typische Hauseinbrecher schaut sich für gewöhnlich sein Zielobjekt vor Ort an, da für ihn vielleicht wichtige Details im Internet nicht erkennbar sind. Die Google Street View Bilder sind meist schon sehr veraltet und daher für kriminelle Planungen eher unbrauchbar. Eine Verpixelung kann vielleicht sogar das Gegenteil von dem bewirken, was Sie eigentlich ursprünglich wollten. Was dem Menschen wichtig oder wertvoll ist und ihm nicht geklaut werden soll, versteckt er lieber. So kann eine Verpixelung einen Einbrecher überhaupt erstmal auf Ihr Heim aufmerksam machen. Natürlich könnte man durch die Verpixelung ein besonders wertvolles Wohnobjekt verstecken. Einbrecher werden sich trotzdem an den Umfängen der verpixelten Wohnobjekte in Google Street View orientieren können.

Sind für den Immobilienmarkt nicht Fotos mit höheren Auflösungen von Objekten sinnvoller, als der Eindruck von Google Street View?

Fotos sind immer für erste Eindrücke sinnvoll, dass streitet wohl kaum ein Mensch ab. Doch Google Street View kann zusätzlich eine große Hilfe sein, um sich einen Eindruck zu verschaffen. Natürlich ersetzen Fotos sowie die Aufnahmen aus Google Street View nicht den Besuch vor Ort, dass ist selbstverständlich. Mit Google Street View wird jedoch hauptsächlich eine bessere Orientierung für Objekt und dessen Umgebung möglich. So können spezielle Fragen von Interessenten  von selbst geklärt werden, deren Antworten man mit Fotografien nur sehr schlecht beantworten kann. "Baustellenfotos", also unfertige oder nicht renovierte Objekte, wird man leider auch in Google Street View finden können, das ist wohl wahr. Dann wurden die Aufnahmen eben dummerweise zum falschen Zeitpunkt gemacht. Auch dafür gibt es in Google Street View eine Lösung. Via Panoramio.com gibt es die Möglichkeit, aktuelle Fotos im Internet hochzuladen und diese in Google Street View zusätzlich anzuzeigen. Auf diese Weise kann der Vorbesitzer oder ein Vermieter seinen Interessenten sogar zeigen, dass ihm das Objekt nicht egal ist und dass er Arbeit in das Objekt gesteckt hat (vorher & nachher). Außerdem können sich sowohl Vermieter/Verkäufer als auch Interessent unnötige Besichtigungen sparen und das spart wiederum Zeit (Zeit ist ja bekanntlich Geld).

Kann die Verpixelung wirtschaftliche Folgen haben?

Auch das kann eintreffen. Google Street View ist für jede Stadt ein Touristenfänger. So ist es für neugierige Touristen mit Sicherheit kein schöner Anblick, wenn ein Großteil der Stadtvirtel verpixelt ist. Dazu kommt, dass es relativ einfach ist, in Google Street View sein Haus zu verpixeln. Schon ein Bewohner eines Mehrfamilienhauses kann zurzeit dafür sorgen, dass das komplette Gebäude unwideruflich verpixelt wird, da Google Street View im Falle eines Einspruchs die originalen Bilddateien löscht. Wenn sich also in einem Gebäude Privatwohnungen und beispielsweise ein Friseurladen befindet, wird der Friseurladen zwar nicht verpixelt, jedoch alles drum herum. Für potenziele Neukunden kann das im schlimmsten Fall auch kein schöner Anblick sein. Hat sich in einem neuen Geschäftsladen vorher Privateigentum befunden, so ist wahrscheinlich auch dort das Bildmaterial nicht mehr auffindbar. In Zukunft sollen Immobilien- sowie Hotelplattformen und auch andere geschäftliche Internetseiten diesen Dienst nutzen, um Arbeitsweisen zu vereinfachen. Beispielsweise in der Hotelbranche wird Google Street View auch von großen Nutzen sein. Gäste werden in der Lage sein, sich Hotels sowie deren Umgebungen komplett anzusehen. Das ermöglicht es jeden Urlaubsbedürftigen, die "schwaren Scharfe" unter den Hotelführern auswendig zu machen und nicht auf deren Lügen reinzufallen. Die Hotelführungen werden gezwungen sein, ihre Werbeschwerpunkte auf wahre Pluspunkte zu verlagern, so wie Sie es als Gast auch wünschen würden. So vermeiden Sie, dass in Zukunft aus 100 Metern Strandnähe nicht plötzlich 5 Kilometer zum Strand werden.

Nutzen Firmen Google Street View, um ein Profil über mich zu erstellen?

Ganz ausschließen kann man sowas natürlich nie. Wenn Sie bereits im Besitz von Paypal-, Kunden- oder beispielsweise Versicherungskarten sind,  haben die meisten Firmen bereits ein Profil über Sie erstellt und können Werbung auf Sie anpassen. Ob es jetzt wirklich nützlich ist, sich die Hausfassade eines Kunden anzuschauen und diesen dann anhand von veralteten Bildern in Kategorien einzuordnen, ist fraglich. Firmen werden wohl kein Google Street View benötigen, um Stadteile jeweils nach Wohlstand festzulegen. Solche Informationen lagen den Firmen auch schon Jahre vorher vor. Ein Blick auf die Hausfassade sagt zwangsweise auch nichts über die Kaufkraft eines Kunden aus. Vielmehr wird man Google  Street View dafür benutzen, um z.B. als Händler die Anfahrt zum Kunden zu vereinfachen. So kann man sich im vorraus über Parkmöglichkeiten beim Kunden oder über Ein- und Auslademöglichkeiten von Waren informieren. Es werden wohl eher die kleinen Feinheiten der Grund dafür sein, dass Google Street View erfolg zeigen wird.

Kann man mit Google Street View durch Fenster schauen?

Wenn Sie nicht gerade direkt vor dem Fenster gestanden haben, als die Aufnahmen von Ihrer Hausfassade gemacht wurden, ist es eher unwahrscheinlich, dass man etwas durch ein Fenster sehen kann. Das hat Google Street View durch seine niedrig gehaltene Bildauflösung verhindert.

Wird durch Google Street View in meine Privatsphäre eingegriffen?

Um auf diese Frage antworten zu können, sollte man zuerst definieren, was man unter Privatsphäre versteht. Eine für jeden sichtbare Hausfassade ist für mich persönlich noch kein Eingriff in die Privatsphäre der Menschen. Es kann jemand, der Ihre Adresse kennt, natürlich nun über das Internet Ihre Hausfassade anschauen. Das konnte die Person aber auch schon vorher. Sei es direkt vor Ort , auf online gestellten Fotos oder eben in Google Street View ähnlichen Projekten, die es schon vorher gab und sich bis jetzt noch keiner darüber beschwert hat. Sind Sie jedoch z.B. pinkelnd auf der Straße zu sehen, ist das sehr wohl ein Eingriff in Ihre Privatsphäre. Google Street View versucht bereits, solche Schnappschüsse zu beseitigen. Bei einer solchen großen Menge an Bildmaterial ist es leider nicht direkt zu vermeiden, dass man einen solchen Schnappschuss übersieht. Lassen Sie sich also keine Panik machen und schauen Sie sich zunächst via Google Street View Ihr eigenes Haus an, bevor Sie unüberlegt handeln. Sind Sie durch ein Fenster an Ihrer Hausfassade mit einem blöden Schnappschuss zu erkennen, macht eine Verpixelung des Fensters eventuell schon Sinn.

Beeinflusst Google Street View meine Berufschancen?

Diese Frage ist mit Sicherheit und vollstem Verständnis sehr berechtigt. Im Gegensatz zu den anderen Bedenken, empfinde selbst ich als Befürworter von Google Street View diese Frage als sehr wichtig. Es kann passieren, dass Ihr Arbeitgeber sich einen Eindruck über Ihr Wohnverhältnis mithilfe von Google Street View verschaffen möchte. Es stellt sich aber auch hier die Frage, ob der Arbeitgeber wirklich Google Street View benötigt, um sich über Sie zu erkundigen. Meistens sind Stadtvirtel leider schon mit einem gewissen  sozialen Ruf versehen. Ihr Arbeitgeber wird es auch trotz Verpixelung des Eigenheims nicht sehr schwer haben, sich einen solchen falschen Eindruck zu beschaffen. Es macht also nicht wirklich einen Unterschied, ob Ihr Arbeitgeber  Ihr Heim oder eine verpixelte Hausfassade sehen wird.

Die Verpixelung Ihres Heims kann die anderen Hausbewohner sauer machen.

Wie bereits oben schon mal erwähnt, reicht es bei Google Street View zurzeit aus, wenn beispielsweise nur ein einziger Bewohner eines Mehrfamilienhauses Einspruch gegen Google Street View einlegt. Was viele dabei nicht bedenken, ist die unwiderufliche Verpixelung des Hauses. Das bedeutet, originales Bildmaterial wird nach Einspruch gegen Google Street View überschrieben und ist nicht mehr wiederherzustellen. Während die einen Bewohner Ihr Haus gerne bei Google Street View finden würden, um es z.B. Bekannten für die Wegbeschreibung zu zeigen, wollen andere Bewohner das selbe Haus verpixelt haben. Deswegen ist es auf jedenfall ratsam, sich mit allen betroffenen Personen auszusprechen und darüber abzustimmen, ob ein  Haus verpixelt werden soll oder eben nicht. Ein unbedachtes Entfernen von Bildmaterial könnte schnell zu einem Streit zwischen den Hausbewohnern führen. Wenn Sie als Mieter wissen, dass Sie nicht mehr lange in einer Wohnung leben werden, liegt es an Ihnen, ob Sie dem nächsten Mieter die Möglichkeit nehmen werden, sein Haus zeigen zu können. Der Fairness halber sollten Sie in diesem Fall eine Verpixelung meiden.

 

In keinem anderen Land als wie in Deutschland war bzw. ist die Aufruhe über Google Street View höher. Durch Panikverbreitung in der Öffentlichkeit haben sich viele Menschen dazu verleiten lassen, ihr Haus zu verpixeln, ohne sich etwas intensiver mit dem Service von Google Street View zu beschäftigen. Wahrscheinlich sind es gerade diese Personen, die den Service von Google Street View in Anspruch nehmen. Jeder sollte für sich selbst entscheiden können, ob eine Verpixelung des Eigenheims einen Nutzen für Ihn hat. Aus meiner Sicht sollte man erstmal abwarten, was in der kommenden Zeit mit Google Street View passiert, bevor man einen Einspruch einlegt. Statt sich damit zu beschäftigen,  wie man seine Hausfassade am schnellsten verpixeln lassen kann, wäre eine Zusammenarbeit mit Google Street View angebrachter, um bessere Wege für den Schutz der Privatsphäre zu finden. Die Städte unnötig durch Verpixelungen der Häuser zu verunstalten? Ist das wirklich vorteilhaft? Viel wichtiger ist die Verpixelung der in Google Street View zu sehenden Menschen. Beispielsweise wäre eine Sperre für das heranzoomen an Objekte oder Personen in bestimmten Bereichen von Städten sinnvoll. Warum werden ganze Hausfassaden verpixelt, wenn man ebenso gut auch die Fensterscheiben undurchsehbar gestalten könnte. Anstatt sich Sorgen um seine Hausfassade zu machen, würde ich mir persönlich viel eher Sorgen um Privatparkplätze machen. Bei den noch relativ nicht ganz so alten Bildmaterial kann Google Street View auch ein Paradies für Autodiebe sein. Wäre ganz schön praktisch, wenn man als Dieb den nächsten Sportwagen im Internet finden kann. Um den Menschen mit Bedenken entgegen zu kommen, wäre eine weitere Möglichkeit eine klare Trennung zwischen Google Maps und Google Street View. Wenn man den direkten Sprung von Google Maps zur Hausnummer der betroffenen Person in Google Street View untersagt, könnte dies ein wenig mehr zum Schutz der Privatsphäre beitragen. Vielleicht sollte man jedem Menschen selbst überlassen, seine Hausnummer preiszugeben. Ich empfinde Google Street View als einen technischen Fortschritt für die Vernetzung und zugleich der Entwicklung der Welt, den man nicht ohne tüftigen Grund so stark verunstalten sollte. In einem Land wie Deutschland, indem so viele berühmte Persönlichkeiten zu tollen Erfindugen beigetragen haben, sollte man der Technik nicht den Rücken zudrehen und ihr eine Chance geben, um sie dann gegebenfalls zu verbessern. So wie man das erste Auto auch verbessert hat und es nun viel sicherer ist, als in den ersten Entwicklungsphasen war. Mit der Verpixelung trägt man also nicht wirklich beim Fortschritt der Sicherheit in Google Street View bei.

Möchten Sie trotzdem Einspruch gegen Google Street View einlegen, finden Sie eine kurze Anleitung unter dem Menüpunkt "Einspruch Streetview .  Wie?".

Liebe Besucher,
die Vorschläge zur Sicherheit von Google Street View gegen Ende meines kurzen Beitrages sind lediglich nur Gedankeneinfälle von mir und selbstverständlich nicht ausgereift. Weder für Kritik an diesem Vorschlägen, als auch für meinen vertretenen Standpunkt müssen Sie mir keine nervigen E-Mails schreiben. Jeder Mensch hat seine eigene Meinung und das ist auch gut so. Vielen Dank!

November 2010

 

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